Eine Weltzeituhr für den Diktator

Deutschland, April 1939: Politische Würdenträger huldigten Adolf Hitler zu seinem 50. Geburtstag mit prachtvollen Geschenken. Der oberste Repräsentant des „Gaues Württemberg-Hohenzollern“, Gauleiter Wilhelm Murr, übergab eine Weltzeituhr. Die Kienzle Uhrenfabriken hatten sie speziell für Hitler gefertigt. Vor wenigen Monaten konnte das Deutsche Uhrenmuseum die ideologisch brisante Uhr erwerben.

Der wuchtige Sockel erinnert an die Architektur der Parteibauten. Den Rand schmückt eine Girlande aus Hakenkreuzen. Auch das Zifferblatt mit Berlin in der Mitte der Erdkarte ist von faschistischen Ideen geprägt. Denn für die Nationalsozialisten sollte die deutsche Hauptstadt nach der Eroberung der Welt zum globalen Machtzentrum werden.

Von 1955 bis zum Konkurs 1996 bot Kienzle die Weltzeituhr in vielen Varianten an. Die Gehäuse waren von allen Anspielungen auf den Nationalsozialismus gereinigt worden. Allerdings stand Berlin immer noch im Zentrum der Welt.

 

Weltzeituhr mit nationalsozialistischem Dekor, Kienzle, Schwenningen, 1939, Inv. 2020-025.

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